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Reise ins Glück

"Kann ich ihnen noch etwas bringen?“,  fragte die Kellnerin mit einem freundlichen Lächeln.
Sie war eine hübsche junge Frau. Die braunen Haare hatte sie zu einem Pferdeschwanz hoch-
gesteckt und ihr Minirock ließen ein paar braune Beine frei. „Wie bitte?“, schreckte Sofia
aus ihren Gedanken auf. „Ja bitte, bringen sie mir doch noch einen Cappuccino“, antwortete sie. Sie schaute auf ihre Armbanduhr, halb fünf schon. Um 16.00 Uhr hatte sie sich hier mit Susanne verabredet. Sie kommt schon wieder zu spät, dachte Sofia, sie kann einfach nicht pünktlich sein.

Sie wollte ihr so gern von dem jungen Mann erzählen, den sie heute getroffen hatte. Es war in der Bücherei, heute morgen. Nächsten Monat wollte sie nach Australien reisen und sie suchte nach Informationen über diesen Kontinent, über seine Ureinwohner, den Aborigines.  Sie hatte sich einige Broschüren und Hefte herausgesucht und auf der Ladentheke gestapelt. Sie griff nach einem kleinen Buch, das ihr der Bibliothekar empfohlen hatte, stieß dabei aber unvorsichtigerweise an ihre herausgelegten Hefte und polternd vielen sie auf den Boden. Sie bückte sich, um sie wieder einzusammeln. „Kann ich ihnen helfen?“, hörte sie jemanden fragen. Sie schaute auf und blickte in ein paar blaue Augen, nein türkisblaue Augen.

„Ich, ähm,  nein, es geht schon“, stotterte Sofia ganz verlegen.

„Sieh mal einer an, Australien“, hörte sie ihn sagen. „Das sieht ja so aus, als ob sie verreisen möchten?“

 „Ich? nein,  das sind nur Informationen,“, stammelte sie. Was ist denn mit mir los, dachte sie erstaunt, was rede ich denn da. „Ich könnte ihnen bei der Informationssuche behilflich sein“, sagte er leise und schaute sie unverwandt an. „Bin sozusagen Experte für Australienfragen.“
Sofia spürte, wie sich langsam, ohne dass sie es verhindern konnte, ihr Gesicht rötete.
Verdammt, was sollte das denn? Jetzt werde ich auch noch rot.
Er lächelte sie immer noch an und schien auf eine Antwort zu waren. Er hat zwei Grübchen in seinen Wangen, wenn er so lächelt, dachte sie, und dann diese Augen, türkisblau.
Rasch nahm sie ihm die aufgesammelten Bücher aus der Hand. „Ich danke ihnen, aber ich muss jetzt los, sonst verpasse ich meinen Bus. Rasch drehte sie sich zur Ladentheke um zu bezahlen. Sie spürte immer noch seinen Blick im Nacken. Nur nicht umdrehen, sagte sie sich. Erst als sie die Bücherei verlassen hatte, wurde sie ruhiger und wagte einen kurzen Blick zurück. Nichts. Er war nicht mehr zu sehen.
Aber diese Augen ließen sie den ganzen Tag nicht los und jetzt wollte sie Susanne davon erzählen.
Sie schaute sich auf dem kleinen Platz um. Alles war in einem warmen Licht getaucht. Der Spätsommer zeigte sich von seiner schönsten Seite. Zwei Kinder spielten am Brunnen und ihr fröhliches Lachen war weit zu hören. Ein junges Pärchen spazierte Hand in Hand an ihr vorbei und schaute sich immer wieder verliebt in die Augen.
Sie musste an Rolf denken. Jetzt waren schon zwei Jahre seit ihrer Trennung vergangen. Es war für sie ein schmerzlicher Prozess gewesen und sie hatte sich vorgenommen, sich nie wieder zu verlieben.
„Hi Sofi“, tut mir leid, dass du warten musstest. Aber mein Auto sprang nicht an, da musste ich den Bus nehmen.“ Sofia war dankbar, dass sie aus  ihren beginnenden trüben Gedanken herausgerissen wurde. „Endlich  Susanne,ich muss dir doch unbedingt etwas erzählen!“ 
Und so erzählte sie ihr von ihrem Zusammentreffen heute morgen. Susanne sah sie etwas merkwürdig an.„Und du hast ihn einfach stehen lassen!?“, fragte sie.

„Das war aber nicht sehr klug von dir, du kennst ja nicht mal seinen Namen!“ 

„Nein“, antwortete Sofi etwas kleinlaut. „Aber er hat mich so durcheinander gebracht.
Am besten wir vergessen diese ganze Geschichte, lass uns über andere Dinge reden; was ist mit deinem Auto?“ Und so saßen sie noch lange beisammen und  genossen den schönen Nachmittag.
„Hast du auch nichts vergessen?“, fragte Susanne als sie ihre Freundin abholte. Der große Tag war gekommen; heute flog Sofia nach Australien. Sofia schaute sich noch einmal im Zimmer um. Nein, sie hatte alles was sie brauchte eingepackt. „Es kann losgehen“, antwortete sie, „ich habe alles.“ Die Fahrt zum Flughafen verging rasch und sie kamen etwas zu früh  zum Einchecken an. Sie hatten nur eine Person vor sich. Sofia kramte nach ihren Flugunterlagen um sie bereitzuhalten. Die Dame am Schalter übergab dem Herrn schon seine Bordkarte und
wünschte ihm einen schönen Flug. Jetzt war sie dran. Sie wollte gerade auf den Schalter zugehen, da schaute sie direkt in seine  Augen. Das war doch..., das gab es doch nicht..
ja, er war es! Sie hatte seine türkisblauen Augen nicht vergessen.
Er stutzte kurz, schien sie aber auch sofort erkannt zu haben. „Oh“, sagte er leise, „ist das ein Zufall - oder Schicksal?“  Sofia bekam kein Wort heraus. Sie befand sich in einem Wechselbad  ihrer Gefühle. Sie merkte wie ihr das Blut in den Kopf stieg und wie ihr Herz zu klopfen begann.
Susanne schaute von einem zu anderen. Man, dachte sie, das ist ja mal  ein gutaussehender Mann. Was für schöne Augen - türkisblau.   „Ich bin Susanne“, versuchte sie die Situation zu retten „und das ist Sofia, meine beste Freundin und Sie sind.. ?“  

„Michael“, antwortete er, „Michael Krause ist mein Name“, und er  ergriff ihre ausgestreckte Hand. „Ich bin ihrer Freundin Sofia schon einmal begegnet;  vor einigen Wochen in einem Reisebüro.“

„Ach Sie sind das!“, entfuhr es Susanne und zuckte zusammen, denn sie spürte  Sofias Ellbogen in ihrer Seite.
Susanne umarmte ihre Freundin und drückte sie fest an sich. Sie freute sich für Sofia; sie hatte es verdient glücklich zu werden. Und wie es jetzt aussah, war sie auf den besten Weg ins Glück.  Sie schaute den beiden winkend  nach, bis sie nicht mehr zu sehen waren.
 

Sonja Rabaza 

 

2.11.09 15:29
 



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