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Ein Tag im November 2005


Ganz vorsichtig zieht Miguel im Schlafzimmer die Jalousie hoch.
„Der Kaffee ist fertig“, sagt er gutgelaunt – er ist ein Frühaufsteher und morgens fast immer guter Laune. Ich schütze schnell meine Augen vor dem eindringenden Licht und drehe mich schnell auf die andere Seite. Die Nacht war mal wieder für mich zu kurz.  Ich bin eine hoffnungslose Nachteule und komme abends einfach nicht ins Bett.
Miguel wartet auf mich, also raus aus den Federn. Seitdem wir in den Ruhestand getreten sind, genießen wir unsere Mahlzeiten zu zweit in aller Ruhe.


Es ist kalt heute Morgen. Schnell schließe ich das Fenster und stelle fest, es hat gefroren! Die Dächer und unser Rasen habe eine Raureifschicht. Der erste Frost in diesem Jahr. Der Herbst hatte sich bis jetzt von seiner schönsten Seite gezeigt. Auch war es bis jetzt noch ungewöhnlich warm. Obwohl die Bäume zum großen Teil ihre Blätter abgeworfen haben, habe ich den Eindruck, die Natur ist für den Winter noch nicht bereit. Einige Zweige haben schon wieder Triebe angesetzt. Irgendwie scheint die Natur ein wenig durcheinandergeraten zu sein.

Nach dem Frühstück machen wir uns noch einmal an die Gartenarbeit. Die letzten Sommerblumen lassen jetzt ihre Köpfe hängen – der Frost hat ihnen geschadet. Auch müssen die letzten Pflanzen jetzt ins Haus geholt werden.
„Ja, eure Urlaubszeit ist jetzt zu Ende. Ich weiß, dass euch das nicht gefällt, aber jetzt wird es zu kalt für euch!“, sage ich, während ich sie ins Haus trage. Ich rede mit meinen Pflanzen und ich glaube, dass sie meine Zuwendungen spüren, denn sie gedeihen prächtig. Miguel harkt noch einmal die letzten Blätter vom Rasen und säubert die Dachrinne. Unsere Nachbarin hat uns Heidekraut geschenkt. Miguel wird sie noch vorne in die Beete setzen.


Mittlerweile haben wir einen ganz klaren blassblauen Himmel. Die Sonnestrahlen wärmen noch. Ich hole mir einen Stuhl und setze mich in die Sonne, schließe meine Augen und horche auf den Atem der Natur. Leise vernehme ich das Rascheln der Blätter, die eine leichte Windboe durcheinander wirbeln. Einige Vögel zwitschern im Kirschbaum – sie können es wohl auch kaum glauben, dass der Winter nun vor der Türe steht. Es riecht modrig. Die Feuchtigkeit durchdringt die Luft und ich spüre die Vergänglichkeit des Lebens. Ich wünschte, ich könnte diesen Tag anhalten. Doch die Uhr des Lebens dreht sich unaufhaltsam und mir wird klar, wie winzig unsere Zeit hier auf Erden ist und dass wir unser Dasein gut nutzen müssen.  Wenn wir eines Tages gehen müssen, werden wir nichts von unserem Hab und Gut mitnehmen können. Nur unsere Liebe und Güte wird positive Spuren von uns hinterlassen und so wird man sich vielleicht eine Zeit lang an uns erinnern  und wir werden einen Platz im Herzen unserer Lieben behalten.


Wie wird es wohl in 50 Jahren an diesem Ort aussehen? Werden es die Menschen der Zukunft wohl schaffen, friedlich miteinander umzugehen? Werden sie gelernt haben die Natur, Tiere und die Schwachen zu schützen. Werden sie ihre Lebenszeit nutzen, um die Welt ein wenig liebevoller, gütiger und besser zu machen?


(Sonja Rabaza)

                               

Lichter

Ein dunkler Schatten
lässt mich frieren
hüllt meine Gedanken ein
will mich zu Vergangnem führen
kann mich nicht davon befreien

Nun steh ich  hier
in tiefem Schweigen
denk an deine Jugendzeit
Träume nie mehr Zukunft schreiben
sind jetzt längst  Vergangenheit


Auf den Gräbern
viele Lichter
sanft hüllt sie der Nebel ein
flackern friedlich wie Gesichter
umrahmt vom warmen Kerzenschein


01.11.2006  Sonja Rabaza

 

November–Trauertage - Zeit  des Erinnerns


Der November mit seinen Trauertagen läßt uns Momente der Trauer und des Erinnerns besonders stark empfinden. Die nebligen düsteren Tage umhüllen unsere Gedanken und legen sich schwer auf unsere Seele. Wir erinnern uns an unsere Verstorbenen, bringen Lichter und Gestecke zu ihren Gräbern und traurige schmerzvolle Momente müssen ausgehalten werden.


„Alles hat seine Zeit“ lehrte  der weise König Salomon aus alter Zeit die Menschen. Und von allen Ereignissen im Leben braucht die Trauer wohl am meisten Zeit. Den Weg, den wir gehen müssen, wenn wir einen lieben Menschen verloren haben, ist wir eine Wanderung über eine Berglandschaft. Berge des Schmerzes, die überwunden werden müssen. Hat man dann mühsam einen Gipfel erreicht, erkennt man, dass sich immer neue Berge auftürmen. Täler und Berge, die durchwandert „durchlebt“ werden müssen. Die lange schmerzhafte Wanderung der Trauer läßt einen oft verzweifeln und eine Müdigkeit der Seelenflügel wird spürbar.


Doch eines Tages spürt man eine Veränderung. Da setzt sich ganz langsam und zaghaft die Freude über den Gesang eines Vogels, wie ein neuer Samen der Hoffnung in unsere Seele. Man entdeckt die neuen Knospen der Frühlingsblumen, das frische Grün der Bäume. Die Kälte und Einsamkeit der vergangenen Jahre wird durchdrungen vom Ruf des Lebens und wieder erinnere ich mich an König Salomons Worte:
„Trauern hat seine Zeit! Trauern braucht Zeit! Viel Zeit! Unendlich viel Zeit!
Aber nicht alle Zeit!“


November 2009 Sonja Rabaza

Goldener Herbst
Der Herbst hat Einzug gehalten – es ist nicht mehr zu übersehen. Als ich die ersten
flammend roten Blätter zu meinen Füßen wirbeln sah, war ich etwas erschrocken.
„Ich bin da“, schien er zu sagen, ich der Herbst, der unerbittliche Vorbote des Winters und wenn du den Sommer nicht genug genossen hast, dann ist es jetzt zu spät. Ja,
der Sommer mit seinen Blüten, seinen lauen Nächten, seinem Strahlen ist schon wieder vorbei! So schnell! 
Danach bin ich in ein nahes Waldgebiet mit einem großen See gefahren.  Es war hier still geworden. Im Sommer waren hier immer viele lärmende Spaziergänger und Radfahrer  unterwegs – jetzt war es hier ruhig.  Ja, eine wahrhaft erhabene Ruhe umgab mich.
Ich spazierte unter dem bunten Blätterdach der Bäume. Das rostgelbe Laub raschelte unter meinen Füßen. Tief atmete ich die nun leicht feuchte Luft ein; ein tiefer Friede erfüllte mich. 
Am See setzte ich mich auf eine Holzbank, die mitten in einer Waldschneise stand,  verfolgte mit den Augen eine Schar Vögel, die in ihr Winterquartier nach Süden zogen und beobachtete eine Gruppe Enten, die still auf der spiegelglatten, im leichten Nebel liegenden Oberfläche des Sees, ihre Runden schwammen.  
Die Tretboote am Steg waren mit Planen fest zugedeckt, die kleinen Verkaufsbuden fest zugesperrt. Alles war für die kalte Jahreszeit gerüstet. Bald würde der erste Frost
diese Idylle mit einer kalten Puderschicht in eine verzauberte Landschaft verwandeln, der Winter Einzug halten  und die Natur mit seinem Eis und seinen weichen weißen Schneeflocken zudecken.
Ich spürte die Vergänglichkeit allen Daseins, das Sterben um einen Neubeginn  zu ermöglichen, wenn der Frühling von den wärmer werdenden Sonnenstrahlen wieder wachgeküsst wird und die Natur wieder zu neuem Leben erwacht. Dieser Tag und jede Jahreszeit hat seine Besonderheit. Die Vorfreude auf den Frühling ist erst durch die Erfahrung des Winters zu verstehen.
Sonja Rabaza

 

                

 




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